Ein absolutes Muss bei einem Besuch in Oberfranken ist eine Bierwanderung auf dem berühmten Brauereienweg in der Fränkischen Schweiz. Unsere Tipps dazu verraten wir euch hier!

Brauereienweg Aufsess

Typisch Oberfranken: Bier als Kulturgut

Bei uns geht es ja, wie ihr wisst, um Kulinarik, Tradition und Kultur. Deshalb dreht sich heute alles um ein typisch fränkischen Kulturgut, das es sogar bis ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft hat! Richtig, das Oberfränkische Bier.

Der Hintergrund: Die Region Oberfranken und insbesondere die Fränkische Schweiz waren schon immer mit einer hohen Dichte an Brauereien gesegnet. Oder anderes ausgedrückt: Nahezu jedes Dorf, das etwas auf sich hielt, hatte früher ein Wirtshaus, das selbstverständlich auch sein eigenes Bier braute. An diesem Umstand hat sich bis heute wenig geändert, weshalb ihr überall in der Region überdurchschnittlich viele kleinere und mittelständische Familienbrauereien findet.

Genauer gesagt: Allein in Oberfranken gibt es (Stand 2018) rund 170 Brauereien, die auf 1,1 Millionen Einwohner kommen. Somit hat Oberfranken auch heute noch die höchste Brauereidichte der Welt. Auf 6358 Einwohner kommt in Oberfranken also eine Brauerei.

Ihnen verdanken wir auch die unglaubliche Biervielfalt, die das oberfränkische Bier so einzigartig macht. Besonders typisch für die Region sind vor allem die malzigen, naturtrüben Keller- und Lagerbiere wie das Zwick’l oder auch das berühmte Rauchbier.

Tipp: Wenn ihr mehr über das Oberfränkische Bier erfahren möchtet, findet ihr auf den Seiten von Bierland Franken sowie der Genussregion Oberfranken weitere Informationen rund um das flüssige Gold. 

Oberfranken hat die größte Brauereiendichte der Welt

Aber was hat es nun mit dem Weltrekord auf sich? Um das herauszufinden, machen wir uns heute einmal auf nach Aufseß in der Fränkischen Schweiz. Wer hier wohnt, ist definitiv mit Bierreichtum gesegnet: 

Dank der vier ortsansässigen Brauereien hält die kleine Gemeinde seit 2001 nämlich den Weltrekord für die größte Brauereiendichte pro Einwohner. Auf rund 1270 Einwohner kommen hier damit sage und schreibe vier Brauereien. Nochmal zum Vergleich: In ganz Oberfranken liegt der Schnitt bei 6358 Einwohnern pro Brauerei. Für Bierfreunde also quasi das Paradies auf Erden!

Die vier Aufseßer Brauereien liegen an einem 14 km langen Wanderweg, dem berühmten Aufseßer Brauereienweg, der übrigens auch Teil der Fränkischen Bierstrasse ist. Der Streckenabschnitt lässt sich innerhalb eines Tages – mit genügend Bierpausen versteht sich – gemütlich abwandern. 

Kathi Braeu Bier

Die Bierwanderung auf dem Brauereienweg Aufseß

Wer alle vier Stationen des Brauereienwanderwegs meistert, bekommt am Ende sogar eine Urkunde verliehen und darf sich fortan als „Fränkischen Ehrenbiertrinker der Weltmeister-brauereien“ bezeichnen.

Dafür müsst ihr lediglich alle vier Brauereigasthöfe, die auf der Strecke liegen, besuchen und natürlich das selbstgebraute Bier der jeweiligen Brauerei verkosten. An jeder Station erhaltet ihr dafür einen Stempel in eurem Brauereienweg-Wanderpass.

Tipp: Den Brauereienweg-Wanderpass erhaltet ihr direkt vor Ort bei den Brauereien. Alternativ könnt ihr euch den Wanderpass auch hier herunterladen und selbst ausdrucken.

Damit ihr einen ersten Überblick bekommt, haben wir euch hier einmal die vier Oberfränkischen Brauereien aufgelistet, die zu den Etappen des Rundwegs gehören, der euch von Aufseß über den Heckenhof nach Hochstahl bis nach Sachsendorf führt (oder natürlich auch andersherum):

Wie ihr die Bierwanderung am besten meistert und was euch vor Ort in den Brauereigasthöfen erwartet, das verraten wir euch jetzt!

Wandern auf dem Aufsesser Bierwanderweg
Wildblumen Fraenkische Schweiz

Etappe 1: Der Brauereigasthof Rothenbach Aufseß

Wir starten unsere Bierwanderung mit einem Besuch im Brauereigasthof Rothenbach, der direkt im Zentrum vom Aufseß liegt. Er ist der beste Ausgangspunkt für unsere Wanderung, denn hier gibt es ausreichend Parkplätze. Die Strecke des Rundwegs ist so konzipiert, dass ihr am Ende der Wanderung wieder hierher zurückkommt.

Aber nicht nur deshalb: Über dem Gasthof thront auf einem Felsen das wunderschöne Schloss Unteraufseß mitsamt der kleinen Kapelle und dem markanten Bergfried, die die perfekte Kulisse zum Start unserer Spätsommerwanderung bieten.

Tipp: Bevor ihr eure Wanderung offiziell startet, macht doch einen kurzen Abstecher hinauf nach Schloss Unteraufseß, es lohnt sich! Oder aber ihr plant dafür einen extra Ausflug ein und besichtigt bei der Gelegenheit auch gleich weitere Burgen und Schlösser entlang der Burgenstraße in der Fränkischen Schweiz. Zu sehen gibt es hier ja zum Glück so einiges!

Brauereigasthof Rothenbach Aufseß

Aber zurück zu unserer ersten Station: Auf der Speisekarte des Brauereigasthofs Rothenbach, der mittlerweile in der 6. Generation geführt wird, findet ihr beliebte Spezialitäten aus der Region. Dazu gehören heimischer Fisch wie Forelle und gebackener Karpfen, aber auch Bratengerichte wie Sauerbraten oder Schäuferla. Natürlich bekommt ihr hier auch eine ordentliche Brotzeit.

Vor allem sind wir an diesem Tag aber natürlich wegen des herrlich süffigen Aufsesser Bieres gekommen, das hier bereits seit 130 Jahren gebraut wird. Heute gehört die Familienbrauerei zu den vier Guinness-Buch-Rekordlern aus Aufseß und braut insgesamt sechs Biersorten.

Besonders das Dunkelbier sowie das Zwick’l sind uns an einem warmen Spätsommertag wie diesem eine willkommene Erfrischung. Dazu lassen wir uns im Biergarten, der übrigens wunderschön direkt am Fluss gelegen ist, eine große Portion Schnitzel mit Pommes schmecken. Schließlich brauchen wir eine gute Grundlage, bevor es richtig los geht!

Tipp: Der Brauereigasthof bietet übrigens auch schöne Fremdenzimmer für Übernachtungen an. Ideal also, wenn ihr die Bierwanderung gleich mit einem Urlaub in der Fränkischen Schweiz verbinden möchtet. Oder, wenn ihr am Ende der Wanderung zu tief ins Bierglas geschaut habt…

Aufsesser Bier Fraenkische Schweiz
Schnitzel mit Pommes Brauereigasthof Rothenbach Aufseß

Querfeldein: Wandern in der Fränkischen Schweiz

Frisch gestärkt und mit unserem ersten Bierstempel in der Tasche machen wir uns nun auf den Weg: Bis zu unserer nächsten Station, der Kathi Bräu in Heckenhof, sind es knapp 2 km. Wir starten also ganz gemütlich. 

Kleines Haus in Aufsess, Oberfranken

Natürlich könnt ihr es auch genau umgekehrt machen und euch die etwa 5 km lange Strecke zwischen Aufseß und Sachsendorf zuerst vornehmen. Da gibt es zum Glück keine Regeln, schließlich ist der Weg das Ziel.

Auf dem Weg von Aufseß nach Heckenhof gibt es natürlich so einiges zu sehen: Wir kommen an schnuckeligen kleinen Häuschen vorbei, die an Szenen aus Grimms Märchen erinnern. Die Feldwege werden von Maisfeldern, Blumenwiesen und Sträuchern mit Wildbeeren gesäumt. An einem kleinen Stand am Wegrand wird uns sogar Honig vom ansässigen Imker angeboten. Diese Kombination aus Genuss und Natur ist wirklich einzigartig!

Wandern in der Fraenkischen Schweiz
Blumenwiese Feldweg Fraenkische Schweiz

Etappe 2: Die Kathi Bräu in Heckenhof

Und schon sind wir an unserem ersten Zwischstopp angelangt: Die Kathi Bräu in Heckenhof gehört zu den meistbesuchten Ausflugslokalen in der Region und ist gerade auch bei Motorradfahrern überaus beliebt. Obwohl der kleine Biergarten des Brauereigasthofs gefühlt immer zum Bersten voll ist, bekommt man auf wundersame Weise doch immer noch einen Platz. 

Ausflugslokal für Motorraeder: Das Kathi Braeu Heckenhof
Feldweg Brauereienweg Fraenkische Schweiz

So auch heute, als wir unsere erste Pause auf dem Brauereienweg einlegen, um uns unseren nächsten Bierstempel abzuholen. Dafür genehmigen wir uns im Biergarten der Kathi-Bräu das berühmte Dunkelbier, dessen Name übrigens auf Katharina („Kathi”) Meyer zurückgeht, die bis 1993 Eigentümerin der Kathi-Bräu war und die Brauerei über Jahrzehnte geleitet hat.

Die Kathi-Bräu blickt also auf eine lange Tradition in Heckenhof zurück, auch wenn man nicht so ganz genau sagen kann, seit wann hier eigentlich Bier gebraut wird. Auch das urige Anwesen, das seit 1498 in Heckenhof besteht, hat sich seinen besonderen Charme bis heute erhalten.

Fachwerkhaus Kathi Braeu Heckenhof

Hungrig sind wir nach diesem relativ kurzen Fußmarsch noch nicht. Aber auch im Kathi-Bräu werdet ihr natürlich mit Fränkischen Brotzeiten und Kleinigkeiten versorgt.

Wir lieben die Kathi-Bräu besonders wegen der gemütlichen Atmosphäre: Im Biergarten rückt man auf den Bierbänken auch gerne mal etwas enger zusammen, damit jeder einen Platz findet, und kommt so auch immer mit den verschiedensten Leuten ins Gespräch. Typisch Franken eben!

Kathi Braeu Dunkelbier Oberfranken
Kathi Braeu Heckenhof Oberfranken

Übrigens: Die Besitzer der Kathi-Bräu werden häufig gefragt, weshalb in ihrer Gaststube ein Bild von Johann Wolfgang von Goethe hängt. Die Antwort: Caroline von Aufseß zu Heckenhof war mit dem deutschen Dichterfürsten befreundet. Kennengelernt hatten sie sich bei einem Faschingsball am herzoglichen Hof in Weimar und waren seitdem in enger Freundschaft verbunden. Wir wussten ja schon immer, dass Bier und Kultur eng zusammen gehören!

Etappe 3: Die Brauerei Reichold in Hochstahl

Auch unsere nächste Station ist aus der Brauereienlandschaft der Fränkischen Schweiz nicht wegzudenken: Der Name „Hochstahl“ ist in der Region in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes – und das liegt natürlich vornehmlich an der Familienbrauerei Reichold.

Sie liegt direkt im Ortskern von Hochstahl und ist damit der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. Schon von Weitem hören wir fröhliches Gelächter und Bierkrüge, die beim Anstoßen laut klirren – es herrscht beste Stimmung. Auch viele Familien mit Kindern sind an diesem Tag hier. 

Brauerei Gasthof Reichold Hochstahl

Die Kleinbrauerei Reichold ist übrigens seit 1906 in Familienbesitz und braut seitdem das beliebte Hochstahler Lagerbier, aber auch Zwick’l, dunkles Bier und Weizen. In der Stunde werden hier bis zu 2600 Flaschen Bier abgefüllt. Gut für uns, denn unser Bierdurst meldet sich nach der gut 2 km langen Strecke zwischen Heckenhof und Hochstahl doch so langsam wieder zurück.

Tipp: Der Brauereigasthof Reichold ist auch bei Familien mit Kindern sehr beliebt, denn direkt neben dem Gasthof befindet sich ein Spielplatz, der nicht nur kleine, sondern auch größere Kinder in Verzückung versetzt …

Spielplatz Hochstahl Fraenkische Schweiz
Brauerei Hochstahl Bier

Etappe 4: Der Brauereigasthof Stadter in Sachsendorf

Nach der Bierverkostung in Hochstahl zieren unseren Brauereienweg-Wanderpass nun bereits drei der vier Bierstempel. Nachdem wir bislang eher kürzere Abschnitte gemeistert haben, liegt vor uns nun erst einmal die etwa 5 km lange Strecke von Hochstahl bis Sachsendorf

Unterwegs treffen wir natürlich immer wieder auf gut gelaunte Mitstreiter und stellen schnell fest: Manch einer betreibt das Bierverkosten sichtlich ernsthafter, als wir das tun, um dem Titel des Ehrenbiertrinkers auch wirklich gerecht zu werden. Auch ganze Gruppen mit Bollerwagen und eigenem Biervorrat sind hier unterwegs.

Übrigens: Auf der gesamten Strecke findet ihr quasi an jeder Ecke genügend Hinweisschilder, die euch den richtigen Weg weisen. Unseres Wissens nach ist auf dem Brauereienweg bislang auch noch niemand verloren gegangen. Für die meisten steht hier zum Glück das Naturerlebnis und ein gewissenhafter Bierkonsum während der Wanderung ganz klar im Vordergrund.

Typische Felsen Fraenkische Schweiz

Als wir am späten Nachmittag schließlich in Sachsendorf eintreffen, steht die Sonne bereits etwas tiefer und taucht die wunderschöne Landschaft in goldgelbes Licht. In dem kleinen Biergarten vor dem Brauereigasthof Stadter finden wir auch gleich ein gemütliches Plätzchen und genehmigen uns hier das letzte Bier des Tages. Den Bierstempel dürfen wir uns beim Wirt persönlich abholen.

Das Hausbier der Brauerei Stadter und gleichzeitig die Spezialität des Hauses ist ein malziges, bernsteinfarbenes Landbier vom Fass, das hier schon seit 1884 gebraut wird – auch heute übrigens noch in einem holzgefeuerten Braukessel!

Dazu wird im Gasthof Fränkische Hausmannskost serviert – vom Griebenschmalzbrot und Wurstsalat bis zum Sauerbraten oder Schäufele. Zum Bier passt natürlich beides hervorragend, jedoch steht uns der Sinn gerade eher nach Brotzeit als nach Braten. Unser Besuch in Sachsendorf bildet damit einen schönen Abschluss unserer Bierwanderung durch die Fränkische Schweiz.

Brotzeit Schweizer Wurstsalat

In der Abenddämmerung zurück nach Aufseß

Die vielen Kalorien können wir nun zum Glück auf der letzten Etappe zurück zu unserem Ausgangspunkt wieder abtrainieren. Vor uns liegen die letzten 5 km des Brauereienwegs von Sachsendorf nach Aufseß.

Dieser Abschnitt des Weges ist, wie wir finden, besonderes malerisch: Wunderschöne Fachwerkhäuser, die grünen Hügel mit den typischen Felsformationen und zu guter Letzt der Blick auf Schloss Oberaufseß im Abendlicht sind nur ein paar der Highlights, mit denen wir am Ende unserer Tour noch belohnt werden.

Fachwerkhaus Sachsendorf

Mit diesen Eindrücken und natürlich nicht ohne Stolz, uns fortan als Fränkische Ehrenbiertrinker bezeichnen zu dürfen, lassen wir den Tag auf den letzten Metern ausklingen, indem wir diese herrliche Kulisse der kleinen Gemeinde Aufseß noch einmal in uns aufsaugen.

Zum Glück sind wir als gebürtige Bayreuther nur eine kurze Autofahrt von der Fränkischen Schweiz entfernt. Den Aufseßer Brauereienweg sind wir also sicherlich nicht das letzte Mal gegangen. Wir freuen uns definitiv schon auf unseren nächsten Ausflug in die Fränkische!

Aufseß im Sommer
Brauereienweg Aufseß

Fazit

Die Bierwanderung auf dem Aufseßer Brauereienweg gehört für uns definitv bei einem Besuch in Oberfranken dazu. Die Brauereienlandschaft, die damit verbundene Biervielfalt und die malerische Natur der Fränkischen Schweiz vereinen sich auf dem gut 14 km langen Wanderweg zu einem einzigartigen Erlebnis, das ihr auf keinen Fall versäumen solltet!

Reisetipp

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